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Betteln und Hausieren verboten! - Editorial zur Ausgabe Februar 2009

13.02.2009


Lesen Sie jetzt das Editorial "Betteln und Hausieren verboten!" von Chefredakteur Adolf Wurzer zur Ausgabe Februar 2009 Online!


Aus gegebenen Anlass habe ich diesmal obiges Verbot als Titel meines Editorials ausgewählt, da wie die letzten Wochen gezeigt haben „Betteln und Hausieren“ wieder in Mode gekommen ist. Und das nicht unbedingt im kleinen Rahmen. Wie wir alle, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, mussten wir feststellen, dass es eine Vielzahl an Personen gibt, die vom Betteln leben oder zumindestens einen Teil ihres Einkommens aus dieser Quelle ziehen. Die fast täglichen Aufrufe in der U-Bahn, dem Bettelnund Hausieren nicht Vorschub zu leisten, da dies ja verboten sei, werden sowohl von den Fahrgästen als auch von den Bettlern großteils ignoriert. Und so erleichtern sich viele mit einer „Spende“ an die Armen ihr schlechtes Gewissen und die nehmen es mit einem „Bitte, Danke“ gerne entgegen. Ein Verbot zu spenden kann es aber nicht geben, da eine soziale Gesellschaft dies, wie wir sie hier in Europa haben, nicht akzeptieren kann und es auch moralisch nicht wirklich zu vertreten ist. Noch dazu, wo ja gerade auf staatstragender Ebene gebettelt und hausiert wird bis zum Abwinken.

Ja, und da ist Österreich einer der Vorreiter. Die Tatsache, dass zahlreiche Unternehmungen, insbesondere ein Teil der österreichischen Banken auf das falsche Pferd gesetzt haben, oder besser gesagt, ihre Wetten und Risiken nur auf ein Pferd setzten, hat die Topmanager und die Regierungsspitze dazu bewogen einen Canossagang nach Brüssel anzutreten um ein paar, sagen wir mal einige Milliarden Euro, aus einemTopf zu holen, der offensichtlich voll davon zu sein scheint. Aber nicht nur Österreich, auch zahlreiche Länder der EU und selbst Nicht-EU-Staaten bauen plötzlich eine fast romantische Beziehung zu einem Vereinten Europa auf. Man wirft die eigenen Interessen beiseite und möchte alles für den möglichen, großen Spender tun. – PS: Es ist die beste Gelegenheit einen „Staatsvertrag“ für die gesamte EU zu verordnen! Betteln und Hausieren verboten! Aber das gilt natürlich nicht für Führungskräfte und Regierungen. Sie sind ja unverschuldet in diese Lage gekommen, oder? Außerdem heißt es, wenn jetzt nicht schnell geholfen wird, wird es noch viel schlimmer kommen. Vorsicht: Es ist schon schlimm genug, nur sind die Verantwortlichen noch nicht in der Lage, das ganze System, das sie im Laufe der letzten Jahrzehnte erschaffen haben, selbst zu kontrollieren und zu erkennen wo tatsächlich die Schwachstellen sind, und so werden aus den Kellern noch sehr viele Leichen geborgen werden müssen.

 

Die Verantwortung dafür übernimmt wie immer der Steuerzahler und er wird auch der Notleidende an diesem Desaster sein. Und wer wird dann am Schluss betteln und hausieren müssen um zu überleben? Also die Führungskräfte werden wie gewohnt, aufgrund ihrer Dienstverträge, die sie teilweise selbst mitgeschrieben haben, mit einer Abfertigung verabschiedet und aus jeder Verantwortung entlassen, auch wenn das eine oder andere Unternehmen in Konkurs gehen muss. Und damit bleibt Ihnen ein Aufenthalt im Grauen Haus, wie dem des ehemaligen Bawag-Generaldirektors, erspart. Die frisch entlassenen Mitarbeiter werden um Almosen beim Arbeitsmarktservice ansuchen und bekommen dann gleich mitvermittelt, dass Sie eine gewisse Mitschuld am Untergang ihres Unternehmens haben. Na ja, und wenn dann das Arbeitslosengeld auch nicht mehr reicht, bleibt nur mehr betteln und hausieren. Aber wo, denn die Töpfe in der EU sind zwar voll, nur lässt Brüssel sich nicht so leicht überzeugen etwas herzugeben, wie sich das so mancher wünschen würden.

 

Ihr Chefredakteur

 

Adolf Wurzer


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Adolf Wurzer (Chefredakteur DPD)
 


 
 
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