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Creditreform Insolvenztrends 1. Halbjahr 2020

Creditreform FIRMENINSOLVENZTRENDS 1. Halbjahr 2020:

16 Insolvenzverfahren pro Werktag

Firmeninsolvenzen sinken um 24%

Trotz des massiven Konjunktureinbruchs im Zuge der Corona-Pandemie ist die Zahl der Insolvenzen bislang nicht gestiegen. Im Gegenteil: Im 1. Halbjahr 2020 verringerte sich die Zahl der Unterneh-mensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24% auf 2.012 Fälle (1. Hj. 2019: 2.656). Das Insolvenzgeschehen als Seismograph der ökonomischen Entwicklung hat sich damit von der tatsächlichen Situation der österreichischen Unternehmen entkoppelt.

Der Gläubigerschutzverband Creditreform hat den aktuellen Trend bei den Firmeninsolvenzen für das 1. Halbjahr 2020 in Österreich im Detail analysiert: Die Zahl der eröffneten Verfahren ging um 26% auf 1.159 Fälle zurück. Die mangels Vermögen abgewiesenen Verfahren sanken um knapp 22% auf 853 Fälle. Bei allen Insolvenzverfahren waren in Summe rund 6.300 Arbeitsplätze und 26.000 Gläubiger betroffen. Die Insolvenzverbindlichkeiten werden auf ca. 900 Mio. Euro geschätzt.

Dazu Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Österreichischer Ver-band Creditreform: „Die Bundesregierung hat mit der Einführung der Kurzarbeit, der zahlreichen Hilfspakete und Kreditbürgschaften schnell und richtig reagiert. Durch die Verlängerung bzw. das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht und dem Moratorium hinsichtlich der Insolvenzanträge durch die ÖGK und die Finanzämter sind trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise die Firmeninsolvenzen stark gesunken.“

 

 

Creditreform PRIVATINSOLVENZTRENDS 1. Halbjahr 2020:

30 Insolvenzverfahren pro Werktag

Rückgang bei Privatinsolvenzen um 35%

Der Gläubigerschutzverband Creditreform hat den aktuellen Trend bei den Privatinsolvenzen für das 1. Halbjahr 2020 in Österreich analysiert. Trotz der höchsten Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik ist die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren um 35% auf rund 3.300 Verfahren gesun-ken.

Dazu Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Österreichischer Ver-band Creditreform: „Es scheint ein Paradoxon zu sein: Trotz Covid-19-bedingter Wirtschaftskrise mit Rekordarbeitslosigkeit und Kurzarbeit gehen die Privatinsolvenzen stark zurück. Die Gründe dafür liegen in der stark eingeschränkten persönlichen Beratung face-to-face der Schuldnerberatungen sowie in der Stundung von Kreditraten. Dazu kommt, dass sich Menschen in einer Krise zuerst um ihre Gesundheit und ihr soziales Umfeld als um finanzielle Angelegenheiten kümmern.“

Die Hauptursache für die Privatinsolvenz liegt im Arbeitsplatzverlust, in der gescheiterten Selbstän-digkeit sowie im generell sorglosen Umgang mit Geld.

 
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