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   Politik

 
 
 

Argentinien feiert sein 200jähriges Bestehen

26.05.2010


Dieses Jahr feiert Argentinien sein 200jähriges Bestehen. Die Zweihundertjahrfeier betrachten wir als einen Prozess, in welchem die Feierlichkeiten Hand in Hand mit der Reflexion gehen. Das ist es, was wir in letzter Zeit getan haben. Mittels dieser Zeilen wollen wir alle Länder der Welt zu Teilnehmern unserer Feiern machen und Aspekte unserer Realität teilen, um das Argentinien der Gegenwart, im eigenen Land und in der Welt, zu analysieren und unsere Prioritäten und Ziele zu reflektieren.


Erlauben Sie uns, wieder zu jenem 25. Mai 1810 zurückzukehren, um an die Geschehnisse  mit denen wir uns befassen, zu erinnern. In Buenos Aires, dem damaligen Vizekönigreich von Río de la Plata, beschlossen die Patrioten, die spanischen Kolonialregierung nicht mehr anzuerkennen und die erste autonome Regierung zu bilden. Jene Herausforderung der kolonialen Ordnung war der Anstoß, der die Unabhängigkeitserklärung ins Rollen brachte, und letztendlich zum Triumph führte, als die spanischen Truppen, nach zehn Jahren des Kampfes auf den Schlachtfeldern des halben amerikanischen Kontinentes, militärisch besiegt wurden. Jenen Patrioten und Helden, die unsere Nation gründeten, zollen wir Tribut.

Wie ist die Situation in Argentinien im Jahr des Zweihundertjahrjubiläums, und welche Prioritäten beeinflussen mittelfristig seine Perspektiven? Nach beinahe drei Dekaden ist das politisch-demokratische System eine Realität, die seine Reife schon unter Beweis gestellt hat. Die Einhaltung der Menschenrechte hat durch die Aufhebung der Begnadigungsgesetze und die Wiederaufnahme der Gerichtsverfahren gegen Zivilisten und Militärs, welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, wieder an Wirksamkeit gewonnen.

Die Argentinische Wirtschaft wächst seit 2003 wie sie es seit 1810 nicht getan hat.

Das außergewöhnliche Jahreswachstum der Wirtschaft und die positive Handelsbilanz erleichterten, ausgehend von echten Ressourcen, die Erfüllung von ausländischen Verpflichtungen.
In diesen vergangenen sieben Jahren haben der Bildungssektor und das öffentliche Gesundheitswesen, einst grundlegende Institutionen der sozialen Integration, erneut an Wert gewonnen, mit Budgets, bei denen der Anteil an den staatlichen Ausgaben verdreifacht wurde.
Der Staat hat seine einstige Rolle bei der Förderung von wissenschaftlicher und technologischer Forschung wieder eingenommen, sowie auch bei den erheblichen Ausgaben für die Dozenten und Forscher innerhalb der öffentlichen Universitäten, die zu verschiedenen Zeitpunkten des vergangenen Jahrhunderts die fünf argentinischen Nobelpreisträger hervorbrachten.
Die Bekämpfung der Armut ist auch die Priorität der Regierung von der Präsidentin, Dr. Cristina Fernández de Kirchner. Zu diesem Zweck werden Firmen, die neue Arbeiter einstellen, durch politische Programme unterstützt, um angemessene Arbeit zu fördern und umfassende sozialpolitische Maßnahmen für Kinder zur Anwendung zu bringen.
Wir Argentinier sind das Resultat des Zusammentreffens der verschiedensten Kulturen. Das Zusammenleben und die Integration von Immigranten aus aller Welt sind historische Besonderheiten, die wir weiterhin bejahen. Wir haben trotz der schweren globalen Wirtschaftskrise das Programm „Patria Grande“ eingeführt, eine erweiterte Regelung für die Legalisierung ausländischer Arbeitskräfte.
Wir kämpfen für die vollständige Einhaltung des Völkerrechtes. Der Multilateralismus ist das effektivste Werkzeug im Kampf für den Frieden, die Sicherheit und um die Schlacht gegen Armut und Ausgrenzung, Krankheiten, Drogenkriminalität und Umweltzerstörung zu gewinnen.
Die Förderung und der Schutz der Menschenrechte ist eine staatliche Angelegenheit, die unsere Identität als Nation, sowie auch unsere Führung in der internationalen Gemeinschaft stärkt.
Wir integrieren uns aktiv in den Handel innerhalb des MERCOSUR und verfechten die Notwendigkeit, uns hin zu einer stärkeren Institutionalisierung zu bewegen. Wir treiben auf politischer Ebene die UNASUR, als Umfeld der exklusiven Teilnahme der Länder der Region zur Erhaltung des Friedens und der Demokratie, voran. Gleichzeitig beteiligen wir uns aktiv an der Gruppe der G20-Länder.
Unsere Forderung an die Britische Regierung bezüglich der Diskussion über die Souveränität der Malvinas-Inseln, welche offiziell von den Vereinten Nationen unterstützt wird, ist im Sinne der Argentinischen Bevölkerung und einer der Pfeiler unserer Außenpolitik.
Unser Land hat eine offene Schuld. Diese reicht zeitlich weit zurück und stellt die Anerkennung der übergangenen Rechte weiter Bereiche unserer Gesellschaft dar. Die mit dem Ausland eingegangen Verpflichtungen sind ebenso eine Priorität für die Argentinische Regierung.
Unser Land feiert heute sein Zweihundertjahrjubiläum und wir laden andere Länder ein, mit uns zu feiern, um mit uns das Beste unserer Bevölkerung, unserer Kultur und unserer Geschichte zu teilen.

JORGE TAIANA

Aussenminister der Argentinische Republik


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Jorge Taiana
 

 
 
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