70 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt. Die Meere sind das größte zusammenhängende Ökosystem unseres Planeten, Lebensraum für Millionen von Arten. Sie sind Verkehrsweg, Schauplatz von Geschichte und Geopolitik, Lebensgrundlage für einen großen Teil der Weltbevölkerung.
Gleichwohl gilt der Meeresgrund als weniger erforscht als die Oberfläche des Mondes. Trotz Ferntourismus und der Popularisierung des Tauchsports kennen viele Menschen die Welt unter Wasser nur aus Bildern – umso mehr beflügelt diese die Imagination!
Mit ihrem Hunger nach Sichtbarkeit hat die Fotografie seit ihren Anfängen versucht, das unter der spiegelnden Oberfläche des Meeres Verborgene zu erschließen. Dabei überlagern sich oft wissenschaftliches und ästhetisches Interesse: Der Ozean ist Forschungsgegenstand und Sehnsuchtsort zugleich.
Die Ausstellung UNTER WASSER versammelt mehr als 120 Arbeiten von rund 20 Bildautor:innen und richtet den Blick sowohl unter die Wasseroberfläche als auch auf den Meeresspiegel als Ort des Übergangs. Historische Aufnahmen aus der Zwischenkriegszeit und der Mitte des 20. Jahrhunderts von Hans Hass und Jean Painlevé, die das Publikum mit Bildern einer bis dahin unbekannten Unterwasserwelt in den Bann zogen, treten im WestLicht in Dialog mit zeitgenössischen Positionen von Künstler:innen wie Manfred Wakolbinger, Robertina Šebjanič oder dem in Innsbruck geborenen Fotografen David Uzochukwu, dessen Arbeiten trotz internationaler Bekanntheit und Kooperationen mit Stars wie Pharrell Williams und FKA twigs hier erstmals in einer musealen Schau in Österreich zu sehen sind.