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60. Jahrestag der ungarischen Revolution 1956

Aus Anlass des 60. Jahrestages der Revolution und des Freiheitskampfes 1956 in Ungarn luden der Botschafter S.E. Dr. János Perényi und seine Gattin Mária sowie der Ständige Vertreter bei der OSZE, den Vereinten Nationen und den Internationalen Organisationen in Wien, S.E. Károly Dán und Frau Fruzsina Kacskó zu einem Empfang in die Räumlichkeiten der Botschaft. Vor einem vollbesetzten Auditorium bestehend aus den in Wien akkreditierten Mitgliedern des Diplomatischen Corps, einer großen Zahl an Vertretern aus dem offiziellen Österreich und der nicht zu übersehenden großen ungarischen Community, hielt der Botschafter seine Begrüßungsrede gefolgt von der Rede des ungarischen Verteidigungsministers, S.E. Dr. István Simicskó. Nach etwa einer Stunde und der letzten musikalischen Darbietung eröffnete der Botschafter das Buffet und die ca. 600 Gäste delektierten sich an den köstlichen ungarischen Spezialitäten in allen Räumlichkeiten der Botschaft. Wir dürfen dem Botschafter und seinen Mitarbeitern noch recht herzlich Dank sagen für diesen gelungenen Empfang.


Der Ungarische Volksaufstand bezeichnet die bürgerlich-demokratische Revolution und den Freiheitskampf von 1956 in der Volksrepublik Ungarn, bei denen sich breite gesellschaftliche Kräfte gegen die Regierung der kommunistischen Partei und der sowjetischen Besatzungsmacht erhoben. Die Revolution begann am 23. Oktober 1956 mit einer friedlichen Großdemonstration der Studenten der Universitäten in Budapest, die demokratische Veränderungen forderten. Die Regierung ließ am Abend in die schnell wachsende Menge schießen, daraufhin brach der bewaffnete Kampf aus. Binnen weniger Tage wurde die Einparteiendiktatur durch eine Regierung unter der Leitung von Imre Nagy abgelöst, in der auch die Bauernpartei und die Kleinlandwirtepartei Ministerien erhielten. Diese Regierung bildete sich innerhalb von acht Tagen noch zweimal um und beteiligte auch noch die sozialdemokratische Partei. Ungarn trat aus der Warschauer Vertragsorganisation aus, erklärte seine Neutralität und rief die Sowjetarmee zum Verlassen des Landes auf.


Der Freiheitskampf endete mit der Invasion der durch Einmarsch verstärkten übermächtigen Sowjetarmee, die am 4. November 1956 eine pro-sowjetische Regierung unter János Kádár installierte. Die Kämpfe gegen sie dauerten in Budapest eine Woche, an einzelnen Orten mehrere Wochen lang, im Gebirge sogar bis Anfang 1957. Der Westen unterstützte die Aufständischen verbal, die NATO hielt sich jedoch von einer militärischen Konfrontation mit dem Ostblock zurück. Nach der Niederschlagung des Freiheitskampfes wurden hunderte Aufständische – unter ihnen Imre Nagy und Pál Maléter – durch die kommunistischen Machthaber hingerichtet, zehntausende wurden eingekerkert oder interniert. Hunderttausende Ungarn flüchteten vor der Diktatur in den Westen. Der Aufstand wurde vom Kádár-Regime stets als „Konterrevolution“ bezeichnet, die öffentliche Nennung als Revolution wurde geahndet. Seit 1989 ist der 23. Oktober ein Nationalfeiertag in Ungarn. 

 
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