Empfang des Malteserordens für das Diplomatische Corps zeigt den Umfang internationaler Hilfe

Für den Malteserorden als ältesten katholischen Laienorden der Welt ist das Patrozinium des Hl. Johannes des Täufers der offizielle Feiertag. Aus diesem Anlass lud der Botschafter des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens bei der Republik Österreich am 22. Juni 2026 zu einem Empfang für das Diplomatische Corps in den St. Johanns-Club in Wien. Dabei wurden die vielfältigen internationalen Hilfsaktivitäten des Ordens vorgestellt, der heute in mehr als 120 Ländern tätig ist.

Nach der Begrüßung durch den Gesandten und bevollmächtigten Minister des Malteserordens bei der Republik Österreich, Constantin Hoheneck, berichtete S.E. Botschafter Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath über den offiziellen Besuch des Großmeisters Fra’ John T. Dunlap bei der Republik Österreich im November 2025, bei dem Gespräche mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig geführt wurden. Im Rahmen dieses Besuchs unterzeichneten der Großkanzler des Malteserordens, Riccardo Paternò di Montecupo, und Bundesministerin Claudia Bauer ein Memorandum of Understanding zur Förderung der Religionsfreiheit und zum Schutz verfolgter Christen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Informationen über die Bekämpfung des internationalen Menschenhandels. Der Botschafter berichtete über die im Vorjahr begonnene Zusammenarbeit des Malteserordens mit der Erzdiözese Salzburg. Menschenhandel rangiert mit geschätzten 50 Mio. Opfern und einem globalen Umsatz von US-$ 240 Mrd. nach dem Waffen- und Drogenhandel bereits an dritter Stelle. Eine neue Dimension stellt das „Grooming“ dar, bei dem Kinder und Jugendliche zur Herstellung pornografischer Inhalte gezwungen werden, die anschließend international verbreitet und vermarktet werden. Vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung Wiens als Sitz zahlreicher internationaler Organisationen hervorgehoben. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner internationalen Vernetzung spielt Österreich eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung von Entscheidungsträgern. Außerdem sind auch Menschen in Österreich von sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit und vom Organhandel betroffen.

Im Anschluss an einen Kurzfilm über die weltweiten Hilfsprogramme des Ordens sprach Großprior Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn über den Beitrag Österreichs. Er wies darauf hin, dass die dramatische Kürzung der Entwicklungshilfe-Budgets vieler Staaten und die ersatzlose Streichung von USAID die Hilfstätigkeit extrem erschwert. Gleichzeitig nehme die Zahl humanitärer Krisen weltweit weiter zu. Dank engagierter Spender, der Zusammenarbeit der johannitischen Orden Europas sowie der Kooperation mit „Nachbar in Not“ konnten dennoch medizinische Ausrüstungen, humanitäre Hilfsgüter und Materialien für die Energieversorgung in Krisengebiete gebracht werden. Das Großpriorat von Österreich beteiligt sich an sämtlichen großen Einsätzen von Malteser International, der weltweiten Hilfsorganisation des Ordens, wobei die Unterstützung der Menschen in der Ukraine einen besonderen Schwerpunkt bildet.

Die mehr als 120 Gäste aus Diplomatie, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft zeigten sich vom Umfang der internationalen Aktivitäten beeindruckt. Im Rahmen zahlreicher Gespräche nutzten sie die Gelegenheit, sich vertiefend über die humanitären Projekte und diplomatischen Initiativen des Malteserordens zu informieren.