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Theater in der Josefstadt: "Lady Windermeres Fächer"

Oscar Wilde hat sehr gelungene Komödien geschrieben. Seine Stücke wimmeln nur so von Bonmots, die -leichtfüßig gebracht- Lebensweisheiten vermitteln, gespickt mit einer gehörigen Portion Ironie.

 

Das Theater in der Josefstadt hat in der Inszenierung von Janus Kica beschlossen, sich des Themas ernster anzunehmen. Auf einer fast leeren Bühne bestückt mit einigen Sofas und einem genialen Luster (Bühnenbild von Karin Fritz) geben sich die Darsteller ein Stelldichein zum Kammerspiel.

 

Allen voran Andrea Jonasson, als hintergründig- geheimnisvolle Mutter, aber auch Lady Windermeres Gatte, gespielt von Christian Nickel, geben sich die Schauspieler der zu erzählenden Geschichte hin, erzählen sie schlank und modern, ohne unnötiges, zusätzliches Brimborium. Kica lässt in einem sich von Akt zu Akt steigernden Stück, in einem permanenten Kommen und Gehen der Akteure in einem Guss ohne Pause durchspielen ohne dass beim Zuseher jemals die Spannung der Handlung verloren geht.

 

So setzt die Inszenierung einzig auf die Schauspielkunst der Akteure, denen es gelingt auch einen mit „Spruchweisheiten“ gespickten Text authentisch zu gestalten. Herauszuheben wäre da unter anderem die Szene, in der alle Männer des Stücks sich im „Club“ treffen und die Konversation vom locker dahin plätschernden Gesprächston, der mit allerlei Bösartigkeiten  verbaler Art versehen ist, umschlägt in eine handfeste Rauferei unter sehr gepflegten Leuten.

Das psychologische Kammerspiel der Tochter, die eine verloren geglaubte Mutter unerkannt wiedertrifft, wirkt in dieser Inszenierung unglaublich spannend.

 

Man schwankt mit dieser nach Jahren der Abwesenheit wiedergekehrten Mutter, ob sie ihrer Tochter die Wahrheit über ihre Identität sagt, oder besser nicht, man geht am Schluss mit den Eheleuten Windermere mit, die am Ende des Stücks zwar zueinander finden, aber jeder für sich ein Geheimnis tragen, das sie versprochen haben, nicht zu verraten.

 
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