Diplomatischer Pressedienst

Vienna calling    Mehr Information …

 
 

Rusalka – Lyrisches Märchen in drei Akten

Salzburger Festspiele 2008

Mit dieser Oper hat sich der damals bereits 60jährige Antonin Dvorák ein Denkmal gesetzt und gleichzeitig den Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens erreicht. Die Neuinszenierung bei den diesjährigen Salzburger Festspielen im Haus für Mozart konnte an diesen Höhepunkt mühelos anschließen was sowohl die Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito als auch die Kostüme von Anja Rabes betrafen. Obwohl von einigen Tageszeitungen verunglimpft darf man feststellen, dass die Deutung dieses lyrischen Märchens in ihrer fast puppenhaften Entfaltung annähernd gelungen war. Was den Gesang und die Darstellung anlangte so war die Besetzung des Prinzen mit Piotr Beczala ein Volltreffer. Auch in gefährlichen Höhen war er trittsicher und der Klang seines prachtvollen Tenors überstrahlte selbst Größen vergangener Zeiten auf Platten und CD’s.

Ebenbürtig gestaltet Nixe Rusalka (Camilla Nylund) ihre Partie und brilliert mit Klarheit, lyrischen Momenten und viel Dramatik in der Rollengestaltung. Eine Freude für Aug’ und Ohr. Aber auch die Nebenrollen wie Alan Held als Wassermann oder Birgit Remmert als Hexe Jezibaba und das optisch bezaubernde Nymphen-Trio mit Hannah Ester Minuetillo, Stephanie Atanasov und Elena Tsallagova konnten sich sehen und vor allem hören lassen und wären bei so manch anderer Opernpremiere dieses Sommers eine Wohltat gewesen. Die absolute Symbiose des gesamten Abends aber lieferte das Dirigat von Staatsopernmusikdirektor in spe, Franz Welser-Möst zusammen mit seinem Cleveland Orchestra, die mit allerhöchster technischer Meisterschaft Bilderreichtum und magische Poesie in das kleine Festspielhaus zauberten. Als Fazit darf festgestellt werden, das mit dieser Rusalka-Produktion sicher einer der Höhepunkte des Salzburger Festspielgeschehens erreicht worden ist, was für viele Opern- und Theaternovitäten dieses Sommers, besonders bei Regie und Bühnenbild absolut nicht gelten kann. (edka)

 
Nach oben scrollen, Scroll to top